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BfB stellt sich gegen St.-Florians-Prinzip

Geplante PWC-Anlage an der A 1: „Ein Nein zum jetzigen Zeitpunkt gefährdet Glaubwürdigkeit“

 

Burscheid. „Niemand freut sich, dass eine Wiese einem Parkplatz weichen muss. Aber wir stellen uns gegen das St.-Florians-Prinzip!“ Das Bündnis für Burscheid (BfB) verweigert sich einem grundsätzlichen Nein zum geplanten Bau einer Parkplatz- und WC-Anlage an der Autobahn 1 in Nähe Dürscheid und trägt die gemeinsame Erklärung der anderen Ratsfraktionen und des Bürgermeisters nicht mit. BfB-Fraktionschef Michael Baggeler betont: „Wir hatten uns in drei interfraktionellen Sitzungen intensiv bemüht, einen Konsens in dieser Frage herzustellen. Tatsächlich gibt es noch einen großen Aufklärungsbedarf und entsprechende Fragen an die Deges. Die Antworten nicht abzuwarten, den aufklärenden Dialog nicht zu führen und jetzt bereits das Vorhaben einfach abzulehnen, gefährdet die Glaubwürdigkeit der Burscheider Kommunalpolitik und der Stadt.“

Überall stoße der Bund mit der Planung solcher Anlagen an Autobahnen auf Widerstand. Gleichwohl bestehe ein enormer Handlungsdruck nach mehr als zehn Jahren Standortsuche. „Die vorhandenen Park- und Rastanlagen in Wuppertal und Remscheid reichen bei Weitem nicht mehr aus. Die Lkw stehen nachts und an Wochenenden bis auf die Standstreifen. Und wir alle sind Mitverursacher für den hohen Transportbedarf.“

Laut Baggeler habe sich die BfB-Fraktion die vorgesehene Fläche bei Dürscheid vor Ort angesehen. Dabei sei klar geworden, dass das Projekt auch eine Chance für Dürscheid sei, „nämlich durch mehr Lärmschutz die Lebensqualität der Menschen dort zu verbessern“. Genau das müsse das Ziel in den nun notwendigen Gesprächen mit Deges, Land und Bund sein. Hier sollten dann auch die für Burscheid zuständigen Landtags- und Bundestagsabgeordneten einbezogen werden. Zudem werde den Dürscheidern Sand in die Augen gerieben. Denn klar sei, dass die Stadt Burscheid die Umsetzung der Planung nicht verhindern könne. Auch fehle dem Bund die rechtliche Handhabe, Flächen, die nicht an der Autobahn liegen – wie zum Beispiel in Köln-Niehl –, zu überplanen.