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Programm 2020: "Jetzt muss die Stadt mit Leben gefüllt werden"

"Zusammen. Für Burscheid.": Innenstadt, Kultur, Musik sowie Umwelt- und Landschaftsschutz sollen gestärkt werden

Burscheid. „Zusammen. Für Burscheid“ – auf neun Seiten listet das Bündnis für Burscheid (BfB) auf, wie es die Stadt in den nächsten fünf Jahren weiterentwickeln will. Bürgermeisterkandidatin Ulrike Hanke, Fraktionschef Michael Baggeler und Vereinsvorsitzender Volker Höttgen präsentierten jetzt den Entwurf des BfB-Wahlprogramms, der von den 16 Ratskandidatinnen und -kandidaten unter der Leitung von Baggeler erarbeitet wurde. In zwölf Kapiteln und unter 87 Punkten ist nachzulesen, wofür das seit mehr als 11 Jahren bestehende Bündnis jetzt und in Zukunft steht.

In der Innenstadtentwicklung sei die Umsetzung des IEHK „Burscheid 2025“, das laut Baggeler in weiten Teilen die Handschrift des BfB trage, das vorrangige Ziel. „Wir wollen die Projekte, die der Rat auf den Weg gebracht hat, umsetzen und die neuen Chancen, die sich daraus ergeben, nutzen“, betont Ulrike Hanke. „Wir investieren sehr viel Geld in Stein, Beton und Grünflächen. Das macht aber nur Sinn, wenn wir all das auch mit Leben füllen. Das heißt, mehr Menschen als bislang sollen in die Innenstadt gelockt werden: unter anderem mit Feierabendmärkten, einem zentralen Musikfest „Die Musikstadt Burscheid präsentiert sich“, einer Kunstmeile entlang des Panorama-Radweges, einem wieder zweitägigen Umwelt- und Familienfest, einem größeren Tannenbaumfest mit bergischem Charme und einheitlichen Buden, mehr Open-Air-Events in der Kirchenkurve und einer Musiknacht mit Live-Bands. Außerdem solle die Stadt stärker das Altstadtfest von „Burscheid live“ unterstützen.

In der Stadtentwicklung spricht sich das BfB, so Höttgen, gegen weitere großflächige Wohnbaugebiete „auf der grünen Wiese“ aus – außer dort, wo es bereits Aufstellungsbeschlüsse gibt.

Wie schon 2014 möchte das BfB das Stadtmarketing professionalisieren. Burscheid soll als  Marke entstehen, „Musikstadt“ offizieller Ortsnamenzusatz werden. Die vielen kleinen Weihnachtsmärkte sollen nach dem Willen der BfB-Politiker gemeinsam unter „Weihnachten in Burscheid – fünf Märkte, ein Fest“ vermarktet werden.  In Sachen Verkehrsanbindung spricht sich das Bündnis gegen Denkverbote und für neue moderne Nahverkehrsangebote durch Nutzung der Balkantrasse unter Beibehaltung des Radweges aus (z. B. Personal Rapid Transit wie in London Heathrow oder ein Seilbahnsystem). Auch eine Busspur auf der Autobahn sei denkbar, um die Anbindung ohne Privat-Pkw an Köln zu verbessern.

Die Stadt soll bei Straßen NRW initiativ werden und die Verlegung der Autobahnaus- und auffahrt an der Höhestraße an die Kretzheide in Höhe des Gewerbegebietes Linde vorschlagen, um den Knotenpunkt zu entschärfen.

Bei der Bildung hat das BfB vor allem die Gesamtschule im Visier: Die Mensa müsse dringend ausgebaut werden, sie sei für etwa 100 Hauptschüler konzipiert worden. Die Gesamtschule habe aktuell schon rund 700 Schüler –  und im Sommer startet die Oberstufe. Die Aula müsse modernisiert werden. Ulrike Hanke: „Hier stellen wir uns eine multifunktionale Nutzung, vielleicht auch als Mensa, vor. Auch müsse dringend über den Ausbau der Schule nachgedacht werden, denn immer Burscheider Schüler würden abgewiesen. Eindeutig spricht sich das BfB für eine finanzielle Förderung der Musikschulen aus. Höttgen: „Wenn hier die Lichter ausgehen, dann ist das nicht nur ein Schlag für das musikalische Leben in der Musikstadt, sondern für den Bildungsstandort Burscheid schlechthin.“

Kritisch sieht das BfB die Zusammenarbeit mit dem Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV) und den vor zwei Jahren erfolgten „Ausverkauf“ der Stadtwerke an die Belkaw. Das BfB fordert eine ergebnisoffene Prüfung, die Abfallwirtschaft wieder in die Verantwortung der Stadt zurückzuholen. Die stille Beteiligung an der Belkaw werde sich, so Baggeler, bei Weitem nicht so lukrativ darstellen, wie seinerzeit prognostiziert, denn immer mehr Burscheider Verbraucher würden den Gasanbieter wechseln.

„Burscheid muss sauberer werden“, betont Ulrike Hanke. Das BfB tritt für ein strengeres behördliches Vorgehen und einen Bußgeldkatalog gegen Verschmutzer ein und schlägt eine sogenannte Rote Karte vor, mit der über Strafen bei Verstößen informiert werden soll. Das Ordnungsamt solle auch außerhalb der Dienstzeiten über einen telefonischen Notdienst erreichbar sein.

Lesen Sie hier das komplette Programm für Burscheid: