Burscheid, 22. Oktober 2026. Das Bündnis für Burscheid sieht die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt angesichts der prognostizierten Entwicklung der Kreisumlage zunehmend gefährdet. In einer Anfrage an Bürgermeister Runge fordert das Bündnis eine zeitnahe Einschätzung der aktuellen Zahlen, Klarheit über weitere Kostensteigerungen und eine konkrete Strategie, um die finanziellen Folgen für die Bürgerinnen und Bürger abzumildern.
„Wir haben bereits bei den Haushaltsberatungen für 2026 und bei der Diskussion um die Sanierung und Umgestaltung von Kirchenkurve und Marktplatz auf die angespannte finanzielle Lage der Stadt hingewiesen. Insbesondere die Entwicklung der Kreisumlage bereitet uns große Sorgen“, erklärt das Bündnis für Burscheid.
Die Erhöhung der Grundsteuern im Haushalt 2026 hatte das Bündnis trotz erheblicher Bedenken mitgetragen. Gleichzeitig hatte es bei der Entscheidung über das ISEK-Projekt für Kirchenkurve und Marktplatz die finanziellen Auswirkungen auf die kommenden Haushaltsjahre hinterfragt. Die aktuelle Entwicklung der Kreisumlage könnte die ohnehin angespannte Haushaltslage nun weiter verschärfen.
Nach den dem Bündnis für Burscheid vorliegenden Informationen würden die bis 2029 geplanten Erhöhungen der Kreisumlage den Haushalt der Stadt Burscheid insgesamt mit mehr als zehn Millionen Euro zusätzlich belasten.
Dabei ist nach Kenntnisstand des Bündnisses noch offen, inwieweit die gestiegene Umlagekraft Burscheids infolge höherer Gewerbesteuereinnahmen im Jahr 2025 bereits berücksichtigt wurde. Auch mögliche weitere Belastungen durch die Jugendamtsumlage des Rheinisch-Bergischen Kreises sind aus Sicht des Bündnisses zu klären.
Vier zentrale Fragen an die Stadtverwaltung
Das Bündnis für Burscheid möchte deshalb vom Bürgermeister wissen, ob die vorliegenden Zahlen dem aktuellen Planungsstand entsprechen und welche Erkenntnisse es inzwischen zur Entwicklung der Jugendamtsumlage gibt. Darüber hinaus fragt das Bündnis, welche Auswirkungen sich aus den neuen Zahlen auf die bereits vorgelegten Einschätzungen des Kämmerers ergeben, insbesondere im Zusammenhang mit dem Stadtentwicklungsausschuss am 8. Oktober 2025 und der jüngsten Ratssitzung.
Im Mittelpunkt steht für das Bündnis die Frage, wie die Verwaltung auf die absehbaren finanziellen Herausforderungen reagieren will. Gesucht wird eine nachvollziehbare Strategie, die den städtischen Haushalt stabilisiert und zugleich zusätzliche Belastungen für die Burscheider Bevölkerung möglichst begrenzt.
Finanzielle Klarheit darf nicht aufgeschoben werden
Angesichts der Tragweite der möglichen Mehrbelastungen hält das Bündnis eine frühzeitige Klärung für dringend erforderlich. Die Entwicklung der städtischen Finanzen betrifft nicht nur die aktuelle Haushaltsplanung, sondern auch die Handlungsspielräume der kommenden Jahre.
Das Bündnis bittet daher um eine möglichst zeitnahe Beantwortung seiner Anfrage außerhalb der regulären Sitzungsfolge. Es geht darum, rechtzeitig belastbare Grundlagen für die weiteren Beratungen im Stadtrat zu schaffen und die finanziellen Risiken für Burscheid transparent zu machen.

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